Stadtarchiv Duderstadt

Ergebnisse des Duderstadtprojekts


Wesentliche Ergebnisse des Projektes sind aus unserer Sicht:

1.Die Digitalisierung von historischem Quellenmaterial ist, innerhalb der Institutionen selbst, zu Preisen von unter DM 1.50 pro Seite möglich. Die Kosten liegen damit deutlich unter denen, die meist genannt werden.
2.Derartiges Material kann mit minimalem Aufwand rein mechanisch zugänglich gemacht werden. Eine Erschließung erfordert vorläufig eine Beschreibung und / oder Transkription durch menschliche Bearbeiter. Hier ist der Aufwand nach oben natürlich offen: Mit durchaus realistischem Aufwand kann jedoch bereits eine ziemlich hohe Erschließungstiefe erreicht werden.
3.Sammlungen derartigen digitalisierten Quellenmaterials bilden aus unserer Sicht eine neue Form des Zugriffs auf Quellen: Erheblich umfangreicher als klassische Editionsformen, erheblich intensiver erschlossen als klassische Findbücher und ähnliche archivarische Behelfe.
4.Darauf abgestimmte Werkzeuge zur Edition historischen Quellenmaterials, die bewußt von Anfang an nicht auf die übertragung drucktechnischer Möglichkeiten auf die neuen Medien abzielen, sondern gezielt versuchen auszuloten, welche Möglichkeiten diese Medien bieten, die im Druck nicht vorliegen, versprechen zudem einen wesentlich stufenloseren übergang zwischen minimal erschlossenem Quellenmaterial und voll ausgebauten Editionen.

Diese Ergebnisse müssen, u.E., im Kontext derzeit ganz allgemein laufender Diskussionen um die Digitalisierung insgesamt gesehen werden. In der Tat stellt das »Duderstadtprojekt« zwar unseres Wissens die derzeit größte Menge historischen Manuskriptmaterials bereit, die im WWW verfügbar (nicht angekündigt) ist; die Anzahl von Projekten, die in diesem Bereich tätig sind, ist aber sehr groß. Ungewöhnlich ist das von uns durchgeführte Projekt sicher in zweierlei Hinsicht: Einerseits ging es uns ganz bewußt darum, die neuen Techniken einzusetzen, um gezielt die Bereitstellung von Quellengruppen zu erproben, die mit herkömmlichen Techniken nicht bereitgestellt werden können. Es geht uns nicht um die Frage, wieweit zentrale Stücke, die bereits jetzt verfügbar sind, mit noch mehr Komfort aufbereitet werden können. Andererseits wurde dieses Projekt im Rahmen eines Forschungsinstituts durchgeführt, stellt also die Verbindung zwischen Quellen erschließenden und Quellen benutzenden Einrichtungen direkt her und konzentriert sich demnach stärker auf die Frage, warum Quellenmaterial digitalisiert werden sollte und wie es für die Forschung, aus forschungsimmanenten Gründen, bereitgestellt werden soll.


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© Stadtarchiv Duderstadt / MPI für Geschichte